Zielgruppe

Geriatrie: Medikationsmanagement für Patienten mit vielen Arzneimitteln

In der Geriatrie und Alterstraumatologie ist die Medikationsliste oft länger als der Entlassbrief. Wie pharmazeutische Prüfung, Unit-Dose und eine gut vorbereitete Entlassung ins Pflegeheim zusammenwirken.
Prüfbildschirm mit Kamerabildern einzeln verpackter Arzneimitteldosen in der antares Verblisterung
Kurz beantwortet: Was brauchen geriatrische Kliniken von ihrer Apotheke?

Geriatrische Patienten nehmen häufig viele Arzneimittel gleichzeitig ein, reagieren empfindlicher auf Nebenwirkungen und werden oft in ein Pflegeheim oder in eine veränderte häusliche Situation entlassen. Eine Apotheke für die Geriatrie muss deshalb vor allem pharmazeutisch prüfen können – auf potenziell ungeeignete Arzneimittel, Wechselwirkungen, Nierenfunktion und Absetzkandidaten – und die Entlassung so mitgestalten, dass Therapieänderungen nach dem Aufenthalt erhalten bleiben.

Patientenindividuelle Verblisterung als Unit-Dose im geschlossenen Medikationsprozess kann die Station dabei entlasten. Die antares Apotheke in Hamburg-Jenfeld verbindet beides: klinisch-pharmazeutische Prüfung und maschinelle Verblisterung.

Ihre Vorteile

Was geriatrische Kliniken mit antares konkret gewinnen

Für Chefärzte, Pflegedirektionen und Arzneimittelkommissionen in Geriatrie und Alterstraumatologie zählt, dass pharmazeutische Prüfung, Verblisterung und Entlassvorbereitung ineinandergreifen. Die Übersicht aus Sicht aller Klinikbereiche steht unter Vorteile für Kliniken.

  1. Geriatrische Prüffragen pharmazeutisch systematisch bearbeitet

    Apothekerinnen und Apotheker prüfen Verordnungen auf Wechselwirkungen, Plausibilität, Allergien und Dosierung nach Laborwerten und markieren potenziell ungeeignete Arzneimittel, etwa nach der PRISCUS-2.0-Liste. Ihr ärztliches Team erhält begründete Hinweise als Entscheidungsgrundlage – die Therapieentscheidung bleibt bei Ihnen.

  2. Absetzungen betreffen nur die eigenen Beutel

    Wird Unit-Dose vereinbart, ist jede Dosis einzeln verpackt und gekennzeichnet. Wird in den ersten Tagen ein Arzneimittel abgesetzt oder neu angesetzt, entfallen oder kommen nur dessen Beutel hinzu, statt dass ganze Einnahmezeitpunkte neu zusammengestellt werden müssen. Mehr unter Unit-Dose.

  3. Ein eingeführter geschlossener Medikationsprozess als Ausgangspunkt

    Mit der LungenClinic Großhansdorf setzt antares seit 2025 einen Closed Loop von der elektronischen Verordnung bis zur dokumentierten Gabe um. Ihr Projekt beginnt damit bei einem bestehenden Ablauf, der um geriatrische Regeln für Schluckstörungen, geteilte Tabletten und die Entlassung ins Heim ergänzt wird.

  4. Entlassmedikation mit Begründung für Heim und Hausarzt

    Nach Vereinbarung unterstützt antares im Aufnahme- und Entlassmanagement, damit Absetzungen und Neuansetzungen mit Grund im Medikationsplan stehen. Pflegeheim, Hausarztpraxis und heimversorgende Apotheke erhalten so eine Grundlage, um Therapieänderungen nach dem Aufenthalt fortzuführen.

  5. Ernährung und Rezepturen aus derselben Apotheke

    Mangelernährung und Schluckstörungen begleiten viele geriatrische Verläufe. Klinisches Ernährungsmanagement mit Screening und Ernährungsvisiten sowie individuelle Rezepturen lassen sich nach Vereinbarung mit der Arzneimittelversorgung verbinden.

Inhalt dieser Seite
  1. Wie sieht die Arzneimittelversorgung in der Geriatrie aus?
  2. Welche pharmazeutischen Herausforderungen stellen sich?
  3. Wie entsteht eine Deprescribing-Kultur im Klinikalltag?
  4. Welche organisatorischen Schwierigkeiten sind typisch?
  5. Wie gelingt die Entlassung ins Pflegeheim?
  6. Unit-Dose und Closed Loop: Was passt zur Geriatrie?
  7. Welche wirtschaftlichen Fragen stellen sich?
  8. Wer entscheidet – und aus welchen Motiven?
  9. Welche Einwände und Risiken sollten Sie kennen?
  10. Welche Leistungen ergänzen die Verblisterung?
  11. Wie läuft die Einführung ab?
Fachliche Ansprechpartnerin: Insa GollStand: 18.10.2026

Diese Seite richtet sich an Chefärzte und Oberärzte der Geriatrie und Alterstraumatologie, Pflegedirektionen, Arzneimittelkommissionen und Geschäftsführungen von Kliniken ohne eigene Krankenhausapotheke. Die Grundlagen externer Klinikversorgung beschreibt die Seite Kliniken und Krankenhäuser.

Wie sieht die Arzneimittelversorgung in der Geriatrie aus?

Geriatrische Versorgung findet in eigenständigen geriatrischen Kliniken, in geriatrischen Abteilungen von Akutkrankenhäusern, in der frührehabilitativen Komplexbehandlung, in geriatrischen Tageskliniken und – in enger Zusammenarbeit mit der Unfallchirurgie – in der Alterstraumatologie statt. Gemeinsam ist allen Bereichen das Patientenprofil: Mehrfacherkrankungen, Polymedikation, häufig eingeschränkte Nierenfunktion, kognitive Einschränkungen, Sturz- und Delirrisiko, oft Schluckstörungen.

Viele Patienten kommen mit einer Medikationsliste, die über Jahre gewachsen ist, verordnet von mehreren Praxen und selten gemeinsam überprüft. Pflegeheimbewohner bringen zusätzlich die Blister ihrer heimversorgenden Apotheke mit – hergestellt nach einem Plan, der mit der Aufnahme in die Klinik in vielen Punkten nicht mehr gilt.

Eine Aufnahme in der Alterstraumatologie (vereinfachtes Beispiel, kein konkreter Fall): Eine 87-jährige Pflegeheimbewohnerin kommt nach einem Sturz mit Oberschenkelhalsfraktur. Auf ihrem Plan stehen elf Arzneimittel, darunter ein Schlafmittel, ein Blutdrucksenker, der im Stehen den Blutdruck stark senken kann, ein Antidepressivum mit anticholinerger Wirkung und ein Blutverdünner. Nach der Operation entwickelt sie ein Delir. Bei der Entlassung zehn Tage später sind drei Arzneimittel abgesetzt, zwei neu – und die Frage ist, ob das Pflegeheim, die heimversorgende Apotheke und die Hausärztin verstehen, warum.

Welche pharmazeutischen Herausforderungen stellen sich?

  • Potenziell inadäquate Medikation: Arzneimittel, die für ältere Menschen ein ungünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis haben können, etwa nach der PRISCUS-2.0-Liste für Menschen ab 65 Jahren.
  • Unter- und Fehlversorgung: Instrumente wie FORTA oder START/STOPP helfen, nicht nur Überflüssiges, sondern auch fehlende Therapien zu erkennen, etwa eine Sekundärprävention nach einer Fragilitätsfraktur.
  • Sturz- und Delirrisiko: sedierende, anticholinerge und blutdrucksenkende Arzneimittel; mehr unter Stürze und Medikamente.
  • Nierenfunktion: Viele Wirkstoffe müssen bei eingeschränkter Nierenfunktion angepasst werden; die Dosierung nach Laborwerten ist ein Kernthema der klinischen Prüfung.
  • Wechselwirkungen zwischen Dauermedikation und neu angesetzten Arzneimitteln, etwa perioperativ bei Gerinnungshemmern oder in der Schmerztherapie; mehr unter Wechselwirkungen.
  • Darreichungsformen bei Schluckstörungen; Hinweise unter Tabletten bei Schluckstörungen.

Eine Einordnung des Begriffs und der Instrumente bietet die Seite Polypharmazie. Die Therapieentscheidung bleibt in jedem Fall ärztlich; die Apotheke liefert begründete Hinweise.

Wie entsteht eine Deprescribing-Kultur im Klinikalltag?

Deprescribing bedeutet das geplante, ärztlich begleitete Absetzen oder Reduzieren von Arzneimitteln, deren Nutzen für den Patienten nicht mehr überwiegt. Die Geriatrie ist dafür der geeignete Ort: Der Patient ist unter Beobachtung, das Team ist interdisziplinär, und es gibt Zeit für eine Gesamtbetrachtung. Eine tragfähige Kultur entsteht, wenn vier Dinge zusammenkommen:

  1. Systematische Bestandsaufnahme: Jede Aufnahmemedikation wird vollständig erfasst – einschließlich Selbstmedikation – und auf Indikation geprüft. Die Apotheke kann Kandidaten markieren.
  2. Priorisierung: Nicht alles auf einmal. Erst die Arzneimittel mit dem höchsten Risiko oder dem geringsten erkennbaren Nutzen, jeweils mit Beobachtung.
  3. Beteiligung des Patienten: Ziele und Präferenzen des Patienten oder seiner Vertretung fließen in die Entscheidung ein.
  4. Begründete Weitergabe: Jede Absetzung steht mit Begründung im Entlassbrief und im Medikationsplan. Ohne diese Begründung wird ein abgesetztes Arzneimittel nach der Entlassung oft wieder angesetzt.

Der vierte Punkt entscheidet über den Erfolg. Was in der Klinik sorgfältig abgesetzt wurde, geht verloren, wenn Hausarztpraxis und Pflegeheim nur eine neue Liste ohne Erklärung erhalten.

Welche organisatorischen Schwierigkeiten sind typisch?

  • unvollständige Aufnahmepläne, mitgebrachte Heimblister und Packungen mit unterschiedlichen Handelsnamen für denselben Wirkstoff
  • häufige Therapieänderungen in den ersten Tagen, die das Stellen auf Station fehleranfällig und zeitaufwendig machen
  • interdisziplinäre Visiten mit Unfallchirurgie, Geriatrie, Physiotherapie und Sozialdienst, deren Ergebnisse alle die Medikation berühren können
  • Entlassungen vor dem Wochenende, wenn Hausarztpraxis und heimversorgende Apotheke nicht mehr erreichbar sind
  • ein hoher Anteil an Entlassungen in Pflegeheime oder Kurzzeitpflege mit eigenen Apothekenpartnern

Wie gelingt die Entlassung ins Pflegeheim?

Wird ein Patient in ein Pflegeheim entlassen, das mit verblisterten Arzneimitteln versorgt wird, treffen zwei Prozesse aufeinander: der Entlassprozess der Klinik und der Blisterzyklus der heimversorgenden Apotheke. Die bereits gelieferten Beutel enthalten den alten Plan. Je früher das Heim und seine Apotheke von den Änderungen erfahren, desto eher kann der nächste Blister den neuen Plan enthalten – statt mehrere Tage aus Originalpackungen zu überbrücken.

  • Vorabinformation: Ist der Entlasstermin absehbar, hilft eine frühe Information des Heims über die geplante Entlassmedikation, mit Einwilligung des Patienten oder seiner Vertretung.
  • Medikationsplan mit Begründungen: neu, geändert, abgesetzt – jeweils mit Grund und gegebenenfalls Dauer.
  • Überbrückung: Im Rahmen des Entlassmanagements kann die Klinik Arzneimittel für die erste Zeit nach der Entlassung verordnen; welche Möglichkeiten im Einzelfall bestehen, regelt der Rechtsrahmen des Entlassmanagements.
  • Klare Rückfrageadresse: Wen erreicht das Heim, wenn etwas unklar ist?

Was Heime in dieser Situation tun sollten, beschreibt aus deren Sicht die Seite Krankenhausentlassung ins Pflegeheim; den Ablauf für Änderungen im Blister erklärt Klinikentlassung bei verblisterter Versorgung.

Unit-Dose und Closed Loop: Was passt zur Geriatrie?

Die hohe Änderungsdynamik in den ersten Tagen spricht in der Geriatrie für Unit-Dose: Jede Dosis ist einzeln verpackt und gekennzeichnet, sodass bei einer Absetzung nur die Beutel des betroffenen Arzneimittels entfallen. Im geschlossenen Medikationsprozess – dem Closed Loop – verordnen Ärzte elektronisch, die Apotheke prüft jede Verordnung, die Arzneimittel werden patientenindividuell verblistert, und die Gabe wird auf Station elektronisch dokumentiert.

antares setzt einen solchen Prozess seit 2025 mit der LungenClinic Großhansdorf um. Die dortige Prüfung auf Wechselwirkungen, Plausibilität, Allergien und Laborwerte deckt Fragen ab, die auch in der Geriatrie im Vordergrund stehen. Die Übertragung auf eine geriatrische Station erfordert zusätzlich Regeln für Schluckstörungen, geteilte Tabletten und die Entlassung ins Heim. Mehr im Fallbeispiel LungenClinic Großhansdorf und im Abschnitt Closed Loop im Krankenhaus.

Was die Evidenz sagt – und was nicht

Eine Vorher-nachher-Studie auf einer chirurgischen Station eines britischen Lehrkrankenhauses (Franklin et al., 2007) fand nach Einführung eines geschlossenen Systems aus elektronischer Verordnung, automatisierter Ausgabe, Barcode-Identifikation und elektronischer Gabedokumentation weniger Verordnungs- und Gabefehler. Die Studie umfasste eine Station, hatte keine Kontrollgruppe und betraf kein geriatrisches Setting. Sie zeigt, dass der Gesamtprozess wirken kann – nicht, dass Verblisterung allein Fehler verhindert.

Welche wirtschaftlichen Fragen stellen sich?

Arzneimittel während des stationären Aufenthalts sind Teil der Krankenhausleistung. Für eine Bewertung zählen Arzneimittelkosten, Prozesskosten der Apotheke, gebundene Pflegezeit und Investitionen in Verordnungs- und Dokumentationssysteme. Das Krankenhauszukunftsgesetz hat digitales Medikationsmanagement einschließlich Closed-Loop- und Unit-Dose-Systemen als Fördertatbestand aufgenommen; ob und wie das für Ihr Haus relevant ist, hängt vom Stand Ihrer Projekte ab. Zeitersparnis auf Station ist nicht automatisch eine Kostenersparnis. Mehr unter Kosten und Wirtschaftlichkeit und im Fachbeitrag Unit-Dose im Krankenhaus wirtschaftlich umsetzen.

Wer entscheidet – und aus welchen Motiven?

Beteiligt sind in der Regel Chefärzte der Geriatrie und – in der Alterstraumatologie – der Unfallchirurgie, Pflegedirektion, Arzneimittelkommission, Geschäftsführung, IT sowie Entlassmanagement und Sozialdienst. Typische Motive:

  • eine pharmazeutische Prüfung, die geriatrische Fragestellungen systematisch abdeckt
  • Entlastung der Pflege vom Stellen bei hoher Änderungsdynamik
  • Entlassungen, bei denen Therapieänderungen erhalten bleiben
  • ein Baustein zur Digitalisierung des Medikationsprozesses

Welche Einwände und Risiken sollten Sie kennen?

„Unsere Patienten bleiben nur wenige Tage.“ Dann zählt der Takt: Wird – wie im Versorgungsvertrag zu vereinbaren – täglich für den Folgetag verblistert, ist auch eine kurze Verweildauer abbildbar; die ersten Gaben nach Aufnahme werden aus Stationsbeständen überbrückt.

„Viele Tabletten müssen geteilt oder zerkleinert werden.“ Ob eine Tablette geteilt verblistert werden darf, regelt das Qualitätsmanagement der Apotheke nach den Vorgaben der Apothekenbetriebsordnung. Zerkleinern bleibt eine pflegerische Aufgabe nach ärztlicher Anordnung und Prüfung der Eignung.

„Deprescribing ist ärztliche Aufgabe.“ Ja. Die Apotheke liefert Hinweise und Begründungen; die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit dem Patienten.

Grenze: Fehlerfreiheit kann niemand garantieren. Die Kontrolle vor der Gabe durch die Pflege bleibt Pflicht.

Welche Leistungen ergänzen die Verblisterung?

Je nach Vereinbarung gehören zur Klinikversorgung durch antares: Arzneimitteltherapiesicherheit mit Prüfung von Wechselwirkungen und Dosierung nach Laborwerten, Unterstützung im Aufnahme- und Entlassmanagement, klinisches Ernährungsmanagement mit Screening auf Mangelernährung und Ernährungsvisiten, digitale Verordnungs- und Bestellprozesse sowie Schulungen für das Pflegepersonal. Für die Weiterversorgung in Pflegeheimen beschreibt die Seite Pflegeheime, wie die Heimseite organisiert ist.

Wie läuft die Einführung ab?

Kurz gefasst: Bestandsaufnahme der Stationen und Verordnungswege, rechtliche Klärung und Versorgungsvertrag nach § 14 Apothekengesetz, Festlegung von Format und Takt, Regeln für Aufnahme, Teilung von Tabletten und Entlassung ins Heim, Pilotstation, Auswertung, Ausweitung. Die Versorgungsmodelle stehen unter Versorgungsmodelle für Kliniken, der Ablauf einer Einführung unter Umstellung und Onboarding.

Der geriatrische Medikationsweg

Von der Aufnahme bis zum ersten Blister im Pflegeheim

Sechs Stationen, an denen Arztpraxis, Klinik, Apotheke und Pflege zusammenwirken müssen, damit eine Therapieänderung nach dem Aufenthalt Bestand hat.

  1. AufnahmeVollständige Medikationsanamnese, Heimblister und Packungen erfassenGemeinsam
  2. PrüfungPRISCUS, Nierenfunktion, Wechselwirkungen, AbsetzkandidatenApotheke
  3. EntscheidungAnpassen, absetzen, neu ansetzen – mit dem PatientenArzt
  4. VersorgungUnit-Dose für den Folgetag, Kontrolle und Gabe auf StationGemeinsam
  5. EntlassungMedikationsplan mit Begründungen, Vorabinformation an das HeimArzt
  6. WeiterversorgungHausarzt und heimversorgende Apotheke übernehmen den neuen PlanPflege
Arzt ärztliche Verantwortung Apotheke pharmazeutische Verantwortung Pflege pflegerische Verantwortung Gemeinsam geteilte Aufgabe

Patientenindividuell auf Station

In der LungenClinic Großhansdorf erhalten Pflegefachkräfte die geprüften, patientenindividuellen Blister für den Folgetag. Jeder Blister trägt Patientenname, Patientennummer, Arzneimittelbezeichnung und Einnahmezeitpunkt. Flüssige Arzneimittel wie Infusionen werden auf Station ergänzt – ein Prinzip, das sich auf geriatrische Stationen übertragen lässt.

Zum Fallbeispiel

Patientenindividuell verblisterte Arzneimittel in Bechern mit Barcode-Etiketten auf einer Station der LungenClinic Großhansdorf
Medikamentenaufbereitung auf Station der LungenClinic Großhansdorf. Foto: antares-apotheke Pharma Service e. K.
Häufige Fragen

Fragen aus Geriatrie und Alterstraumatologie

Warum ist Unit-Dose in der Geriatrie oft geeigneter als Multi-Dose?

Weil sich die Medikation in den ersten Tagen häufig ändert. Bei Unit-Dose ist jede Dosis einzeln verpackt; wird ein Arzneimittel abgesetzt, entfallen nur dessen Beutel. Bei Mischbeuteln müsste der gesamte Beutel eines Einnahmezeitpunkts ersetzt werden.

Unterstützt die Apotheke beim Deprescribing?

Ja, mit begründeten Hinweisen auf Arzneimittel, deren Nutzen-Risiko-Verhältnis fraglich ist, etwa anhand der PRISCUS-2.0-Liste, und mit Hinweisen auf fehlende Therapien. Die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit dem Patienten.

Was geschieht mit den mitgebrachten Blistern eines Heimbewohners?

Sie werden nach den Regeln des Hauses erfasst und in der Regel nicht weiterverwendet, weil sich die Medikation mit der Aufnahme häufig ändert. Bei der Entlassung werden sie mit einem Hinweis zurückgegeben oder nach Absprache entsorgt.

Wie erfährt das Pflegeheim von den Änderungen?

Über Entlassbrief und Medikationsplan, idealerweise ergänzt um eine frühe Vorabinformation, wenn der Entlasstermin absehbar ist und die Einwilligung vorliegt. So kann die heimversorgende Apotheke den nächsten Blister rechtzeitig anpassen.

Können geteilte Tabletten verblistert werden?

In bestimmten Fällen auf ärztliche Anforderung, wenn die Tablette dafür geeignet ist. Die Ausnahmen regelt das Qualitätsmanagement der Apotheke nach der Apothekenbetriebsordnung. Mehr unter Geeignete Arzneimittel.

Arbeitet antares mit Häusern zusammen, die eine eigene Krankenhausapotheke haben?

Die externe Versorgung nach § 14 Apothekengesetz richtet sich an Krankenhäuser ohne eigene Krankenhausapotheke. Für Häuser mit eigener Apotheke ist eine Zusammenarbeit gesondert rechtlich zu prüfen.

Nächster Schritt

Geriatrische Versorgung gemeinsam planen

Erstgespräch

Versorgungsmodell besprechen

Sie möchten wissen, wie Unit-Dose, pharmazeutische Prüfung und Entlassvorbereitung in Ihrer Geriatrie zusammenwirken können.

Klinikversorgung besprechen
Pilot

Pilotstation planen

Sie möchten mit einer geriatrischen oder alterstraumatologischen Station beginnen und den Prozess dort auswerten.

Pilotstation besprechen
Analyse

Medikationsprozess prüfen

Wir betrachten Aufnahme, Verordnungswege und Entlassung – ohne personenbezogene Daten im ersten Schritt.

Prozess gemeinsam prüfen
Porträt Insa Goll
Ihre Ansprechpartnerin für die Geriatrie
Insa Goll
Abteilungsleitung Klinikversorgung · Fachapothekerin für klinische Pharmazie

Insa Goll, Fachapothekerin für klinische Pharmazie und Abteilungsleitung Klinikversorgung, bespricht mit Ihnen pharmazeutische Prüfung, Unit-Dose und Entlassmanagement.

Medikationsprozesse im Krankenhaus gemeinsam weiterentwickeln?

Wir besprechen mit Ihrer Apotheke, Pflege- und Klinikleitung, welches Versorgungsmodell zu Ihren Stationen, Ihrer IT und Ihren Abläufen passt – vom Pilotbereich bis zur schrittweisen Ausweitung.

Zertifizierte Qualität und sichere Prozesse

Unsere GDP- und ISO-Zertifizierungen stehen für geprüfte Qualität, verlässliche Abläufe und eine sichere Arzneimittelversorgung. Sie bestätigen unter anderem die fachgerechte Lagerung, Prüfung, Dokumentation und Auslieferung von Arzneimitteln sowie ein wirksames Qualitäts- und Logistikmanagement.

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