Für Einrichtungsleitungen: Verblisterung als Leitungsentscheidung
Personalbindung, Verantwortung, Prüfungen, Angehörige, Wirtschaftlichkeit und Vertrag: welche Fragen eine Einrichtungsleitung vor der Entscheidung klären sollte – und was antares dazu beiträgt.
Kurz beantwortet: Warum ist Verblisterung eine Entscheidung der Einrichtungsleitung?
Die Einführung der Verblisterung berührt Bereiche, die eine Einrichtungsleitung verantwortet: den Vertrag mit der heimversorgenden Apotheke nach § 12a Apothekengesetz, die freie Apothekenwahl der Bewohner, die Organisation von Personal und Dienstplänen, die Vorbereitung auf Prüfungen und die Kosten. Die Pflegedienstleitung steuert den Medikationsprozess im Alltag; den Rahmen dafür setzt die Leitung.
Die antares Apotheke in Hamburg-Jenfeld verblistert im eigenen Verblisterungsraum und unterstützt Einrichtungsleitungen bei der Vorbereitung dieser Entscheidung – mit offenen Angaben zu Leistung, Grenzen und Vertragsbausteinen. Organisationsverantwortung und Haftung der Einrichtung gehen dabei nicht auf die Apotheke über.
Ihre Vorteile
Was Einrichtungsleitungen mit antares konkret gewinnen
Eine Leitung muss eine Entscheidung gegenüber Träger, Team, Bewohnern und Aufsicht vertreten können. Dafür braucht sie keine Versprechen, sondern prüfbare Grundlagen.
Eine Entscheidung, die Sie begründen können
antares bespricht mit Ihnen die Leitungsfragen auf dieser Seite und die Ist-Analyse Ihrer Pflegedienstleitung – mit zusammengefassten Werten je Wohnbereich, ohne Bewohnerdaten. Sie gehen mit Ausgangswerten aus dem eigenen Haus in Träger- und Gremiengespräche, nicht mit Branchenannahmen.
Zuständigkeiten, die schriftlich verteilt sind
Heimversorgungsvertrag und Leistungsvereinbarung beschreiben, wofür die Apotheke einsteht – Prüfung, Herstellung, Kennzeichnung, Lieferung – und was in Ihrem Haus bleibt. Gegenüber Aufsicht und Medizinischem Dienst können Sie die Aufgabenteilung damit belegen, statt sie zu erklären.
Eine Herstellung, deren Prüfschritte offenliegen
Im Verblisterungsraum in Hamburg-Jenfeld wird jede Originalpackung vor dem Befüllen gescannt und jeder Beutel kamerabasiert kontrolliert; Auffälligkeiten prüft Fachpersonal von Hand. Sie wissen, welche Kontrollen vor der Lieferung stattfinden und welche danach bei Ihrem Team liegen.
Pharmazeutische Leitung als feste Ansprechpartnerin
Die Verblisterung leitet Sinah Gaebert, Apothekerin und Fachapothekerin für klinische Pharmazie. Fragen zu Prüfung, Änderungsweg oder Grenzen der Verblisterung klären Sie mit der Person, die den Prozess verantwortet.
Konditionen ohne Teilnahmezwang
Weil jeder Bewohner seine Apotheke frei wählt, setzt antares keine Teilnahmequote voraus. Ihr Haus kann verblisterte Versorgung und Bewohner mit eigener Apotheke nebeneinander führen – die Leitungsfragen unten helfen, beide Wege zu organisieren.
Aus dem Leitungsalltag
Was eine Leitung bei dieser Entscheidung wirklich beschäftigt
Sechs typische Situationen, wie sie in Pflegeeinrichtungen vorkommen – beschrieben als Beispiele, nicht als konkrete Fälle. Zu jeder: die Ursache dahinter, was antares beitragen kann und was bei Ihnen bleibt.
Situation 1 · Leitungsrunde · Montagmorgen
Zwei Kündigungen, und der Sonntagsspätdienst stellt Dosetten
Die Pflegedienstleitung berichtet von zwei Kündigungen im selben Wohnbereich. In beiden Gesprächen fiel das Wort Arbeitsverdichtung. Das Stellen der Wochendosetten liegt seit Jahren im Sonntagsspätdienst, oft bei der einzigen Fachkraft im Dienst.
Was dahintersteckt
Das Stellen ist konzentrationsintensiv, an Fachkräfte gebunden und fällt in Randzeiten. Gleichzeitig wächst die Lücke: Das Statistische Bundesamt erwartet bis 2049 je nach Variante 280.000 bis 690.000 fehlende Pflegekräfte (Vorausberechnung, Januar 2024).
Was antares daraus macht
antares übernimmt das Stellen verblisterbarer fester Arzneimittel im Verblisterungsraum in Jenfeld, einschließlich pharmazeutischer Prüfung vorab und Kontrolle danach. Die Stellzeit entfällt dort aus dem Dienstplan. Hebel jenseits des Stellens beschreibt Pflegekräfte entlasten.
Was bei Ihnen bleibt
Ob Verblisterung Fachkräfte hält, ist nicht untersucht. Kontrolle vor der Gabe, nicht verblisterte Arzneimittel und neue Aufgaben wie Änderungsmeldungen bleiben im Haus – und die Arbeitsbedingungen insgesamt bleiben Leitungsaufgabe.
Situation 2 · Trägergespräch · Vorbereitung der Entscheidung
„Wenn die Apotheke stellt, haftet doch die Apotheke?“
Im Gespräch mit dem Träger kommt die Frage, ob mit der Verblisterung auch das Haftungsrisiko für Medikationsfehler das Haus verlässt.
Was dahintersteckt
Verantwortung wird nicht übertragen, sondern neu verteilt: Die Ärztin oder der Arzt ordnet an, die Apotheke verantwortet Prüfung, Herstellung und Kennzeichnung nach § 34 Apothekenbetriebsordnung, die Einrichtung Organisation, Kontrolle vor der Gabe und Gabe. Neu ist die Schnittstelle der Änderungen – nach niederländischen Meldedaten die häufigste Ursache von Zwischenfällen rund um Blister (Cheung et al. 2014).
Was antares daraus macht
antares beschreibt Zuständigkeiten, Annahmeschluss und Überbrückung schriftlich in der Leistungsvereinbarung. Meldet Ihre Pflege eine Abweichung am Blister, klärt antares die Ursache im eigenen Prozess und meldet das Ergebnis zurück.
Was bei Ihnen bleibt
Die Organisationsverantwortung bleibt bei der Einrichtung. Wer im Einzelfall haftet, hängt vom Sachverhalt ab. Versicherungsfragen klären Sie mit Ihrem Haftpflichtversicherer; Hintergründe stehen unter Rechtliche Grundlagen.
Situation 3 · Qualitätsprüfung angekündigt
Der Medizinische Dienst kommt – und die Medikation steht in jeder Stichprobe
Die Qualitätsprüfung ist für die nächste Woche angekündigt. Die Leitung fragt die Wohnbereiche, wie sicher sie sich bei Medikationsplänen, Anbruchdaten und Bedarfsmedikation fühlen.
Was dahintersteckt
Im 8. Pflege-Qualitätsbericht des Medizinischen Dienstes Bund (2025, Prüfdaten 2023, 72.097 einbezogene Bewohner in vollstationärer Pflege) hatten 11,6 % ein Defizit bei der medikamentösen Therapie mit Risiko negativer Folgen und 7,6 % eines mit eingetretenen negativen Folgen (2019: 10,7 % und 5,3 %). Erfasst ist der gesamte Medikationsumgang, nicht nur das Stellen.
Was antares daraus macht
Gekennzeichnete Blister mit Name, Zeitpunkt, Wirkstoff und Charge, eine dokumentierte Herstellung und die Überprüfung der Aufbewahrung nach § 12a Apothekengesetz mit Protokoll. Was geprüft wird, beschreibt MD-Prüfung: Medikamente.
Was bei Ihnen bleibt
Geprüft werden Gabe, Dokumentation, Lagerung und Beobachtung in Ihrem Haus. Dass Verblisterung Prüfergebnisse verbessert, ist nicht belegt; die Daten zeigen das Problem, nicht die Lösung.
Situation 4 · Angehörigengespräch · nach dem Informationsbrief
„Meine Mutter hatte immer ihre eigene Apotheke“
Nach dem Brief zur geplanten Umstellung ruft eine Tochter an: Ihre Mutter habe seit Jahrzehnten dieselbe Apotheke im Viertel, ob sie die nun aufgeben müsse. Ein Betreuer fragt am selben Tag nach Kosten für den Bewohner.
Was dahintersteckt
Jeder Bewohner wählt seine Apotheke frei; ein Heimversorgungsvertrag darf diese Wahl nicht einschränken. Für die Versorgung über die heimversorgende Apotheke braucht es Einwilligungen, für den Datenaustausch sichere Wege.
Was antares daraus macht
antares verblistert nur für Bewohner, die über antares versorgt werden möchten, und unterstützt die Information von Bewohnern, Angehörigen und Betreuern nach Vereinbarung. Fragen von Familien beantwortet Vorteile für Angehörige, Fragen von Betreuern Gesetzliche Betreuer.
Was bei Ihnen bleibt
Information, Einwilligungen und die Organisation zweier Versorgungswege im Haus. Ob und wie Kosten der Verblisterung weitergegeben werden dürfen, klären Sie mit Verband oder Rechtsberatung; die Zuzahlung zu Arzneimitteln bleibt davon unberührt.
Situation 5 · Budgetplanung · Herbst
Die Geschäftsführung möchte eine Zahl: Was spart das?
Für die Wirtschaftsplanung soll die Leitung beziffern, was die Verblisterung kostet und was sie einspart. Ein Prospekt nennt eine Zeitersparnis in Prozent – ohne Quelle.
Was dahintersteckt
Das IQWiG fand 2019 für Pflegeheime keine belastbaren Daten zur Wirtschaftlichkeit. Seine eigene Modellrechnung kommt auf 22 bis 51 Minuten Pflegezeit je Bewohner und Monat – bei ausdrücklich „sehr unsicherer“ Datenlage. Frei werdende Zeit ist außerdem noch kein gespartes Geld.
Was antares daraus macht
antares nennt keine Pauschalpreise und keine Einsparquoten, sondern bespricht Konditionen auf Grundlage Ihrer Daten. Den Rechenweg beschreibt die Seite für kaufmännische Leitungen, die Unterscheidung der Wirkungsebenen Kosten und Wirtschaftlichkeit.
Was bei Ihnen bleibt
Die Messung des Ausgangswerts und die Entscheidung, wofür frei werdende Stunden eingesetzt werden. Ohne diese Entscheidung bleibt jede Einsparung rechnerisch.
Ein Vertrag mit der Apotheke im Stadtteil – seit Jahren unverändert
Das Haus wird seit Langem von einer Apotheke im Stadtteil versorgt, die nicht verblistert. Die Leitung überlegt, nur einen Wohnbereich umzustellen oder ganz zu wechseln, und findet im Ordner einen Vertrag, dessen Kündigungsfrist niemand kennt.
Was dahintersteckt
Ein Heimversorgungsvertrag nach § 12a Apothekengesetz ist schriftlich zu schließen und wird erst mit behördlicher Genehmigung wirksam, in Hamburg ab dem in der Genehmigung genannten Datum. Versorgen mehrere Apotheken, müssen die Zuständigkeiten klar abgegrenzt sein. Eine vereinbarte Kündigungsfrist bindet auch den Heimträger (BGH, Urteil vom 14.07.2016, III ZR 446/15).
Was antares daraus macht
antares klärt vor Vertragsschluss, welche Behörde zuständig ist und was für Ihren Kreis gilt, und plant den Übergang mit Ihnen. Die Vertragsbausteine erklärt Heimversorgungsvertrag, den Ablauf eines Wechsels Apotheke wechseln.
Was bei Ihnen bleibt
Die fristgerechte Kündigung oder einvernehmliche Änderung des laufenden Vertrags und ein fairer Übergang mit der bisherigen Apotheke. Rechtliche Einzelfragen gehören zu Ihrer Rechtsberatung.
Checkliste zum Ausdrucken
Zwölf Fragen, die eine Leitung vor der Entscheidung klären sollte
Die Fragen gelten unabhängig davon, mit welcher Apotheke Sie arbeiten. Wer sie beantworten kann, entscheidet auf eigener Grundlage – auch dann, wenn die Antwort lautet, dass Verblisterung für das Haus gerade nicht passt.
Welches Problem wollen wir lösen?
Stellzeit, verspätete Änderungen, Prüfungsfeststellungen, ein Partnerwechsel? Ohne benanntes Ziel lässt sich später nicht sagen, ob die Umstellung gewirkt hat.
Kennen wir unseren Ausgangswert?
Stellzeit, Änderungen, Rezeptvorgänge und Meldungen je Wohnbereich – erhoben mit der Vorlage zur Ist-Analyse.
Welcher Anteil unserer Medikation ist überhaupt verblisterbar?
Tropfen, Inhalativa, Pflaster, viele Bedarfsarzneimittel und manche festen Arzneimittel bleiben außen vor. Orientierung gibt Geeignete Medikamente.
Wofür setzen wir frei werdende Zeit ein – und wer muss mitreden?
Dienstplanänderungen können die Mitbestimmung von Betriebsrat oder Mitarbeitervertretung berühren. Beziehen Sie sie früh ein.
Steht schriftlich fest, wer nach der Umstellung wofür verantwortlich ist?
Arztpraxis, Apotheke, Pflege: Anordnung, Prüfung und Herstellung, Kontrolle vor der Gabe und Gabe – in Vertrag und Verfahrensanweisungen.
Wie laufen Änderungen und Krankenhausrückkehr – auch freitags und am Wochenende?
Meldeweg, Annahmeschluss, Überbrückung, Erreichbarkeit. Was dazu geregelt sein sollte, beschreibt Medikationsänderungen.
Wie organisieren wir Bewohner, die ihre Apotheke behalten?
Zwei Versorgungswege brauchen klare Kennzeichnung im Medikationsplan und in der Lagerung.
Wie informieren wir Bewohner, Angehörige, Betreuer und Bewohnervertretung?
Wer informiert, wann, mit welchem Material, und wie holen wir Einwilligungen ein?
Was regelt unser bestehender Vertrag?
Laufzeit, Kündigungsfrist, Genehmigung, Abgrenzung mehrerer Apotheken – und ob eine Teilumstellung möglich ist.
Wie wird die Vergütung bemessen, und dürfen wir Kosten weitergeben?
Bezugsgröße, Neuverblisterungen, Szenario mit geringerer Teilnahme. Die Weitergabe klären Sie mit Verband oder Rechtsberatung.
Können unsere Teams im Fachgespräch erklären, was sich geändert hat?
Prüfer fragen Mitarbeitende, nicht die Apotheke. Schulung und Verfahrensanweisung müssen vor dem Start stehen.
Woran messen wir nach drei und nach zwölf Monaten, ob es trägt?
Dieselben Werte wie in der Ist-Analyse, ein fester Termin und eine benannte Person, die über Fortführung oder Anpassung entscheidet.
Fachliche Ansprechpartnerin: Sinah GaebertStand: 18.10.2026Lesezeit ca. 13 Min.
Verblisterung aus Leitungssicht: die Eckpunkte auf einen Blick
Auf einen Blick: Verblisterung als Leitungsentscheidung (Stand Oktober 2026)
Frage
Antwort
Vertragsgrundlage
Die Versorgung von Heimbewohnern durch eine Apotheke setzt einen schriftlichen Vertrag nach § 12a Apothekengesetz voraus, der erst mit Genehmigung der zuständigen Behörde wirksam wird.
Behörde in Hamburg
In Hamburg genehmigt die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz Heimversorgungsverträge; die Wohn-Pflege-Aufsicht der Bezirksämter beaufsichtigt die Einrichtungen nach dem HmbWBG.
Apothekenwahl
Bewohner wählen ihre Apotheke frei; ein Heimversorgungsvertrag darf keine Ausschließlichkeit begründen.
Verantwortung
Die Apotheke verantwortet Prüfung, Herstellung und Kennzeichnung der Blister; Organisation, Kontrolle vor der Gabe, Gabe und Dokumentation bleiben bei der Einrichtung.
Finanzierung
Verblisterung ist keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung; die Vergütung vereinbaren Apotheke und Einrichtung.
Evidenz
Für Pflegeheime fand das IQWiG 2019 keine belastbaren Studien zu Nutzen, Schaden oder Wirtschaftlichkeit der Verblisterung; Vorteile liegen vor allem in Organisation und Nachvollziehbarkeit.
Ansprechpartnerin bei antares
Sinah Gaebert, Apothekerin und Fachapothekerin für klinische Pharmazie, Leitung Patientenindividuelle Verblisterung.
Wie wird die Entscheidung typischerweise vorbereitet?
Eine tragfähige Entscheidung entsteht selten in einem Termin. Bewährt hat sich eine Abfolge, in der jede Rolle ihren Teil beiträgt:
Anlass und Auftrag klären
Beteiligt: Einrichtungsleitung, gegebenenfalls Träger. Ziel, Zeitrahmen und Verantwortliche festlegen. Besser als „Prüft mal Verblisterung“ ist: „Wir wollen verspätete Änderungen und Stellzeit im Spätdienst reduzieren – reicht Verblisterung dafür?“
Ausgangslage erheben
Beteiligt: Pflegedienstleitung, Wohnbereichsleitungen. Zwei typische Wochen mit der Vorlage zur Ist-Analyse; Grundlagen auf der Seite für Pflegedienstleitungen.
Schnittstellen und Verfahrensanweisungen prüfen
Beteiligt: Qualitätsbeauftragte. Welche Verfahrensanweisungen ändern sich, wie wird die Schnittstelle zur Apotheke auditierbar? Die Seite für Qualitätsbeauftragte enthält eine Audit-Checkliste.
Wirtschaftlichkeit und Vertrag bewerten
Beteiligt: kaufmännische Leitung oder Verwaltung. Angebote vergleichbar machen, Szenarien rechnen, laufende Verträge und Fristen prüfen – mit der Entscheidungsvorlage auf der Seite für kaufmännische Leitungen.
Bewohnervertretung und Mitarbeitende einbeziehen
Beteiligt: Heimbeirat oder Bewohnervertretung (Bezeichnung je nach Landesrecht), Betriebsrat oder Mitarbeitervertretung. Früh informieren, Fragen aufnehmen, die freie Apothekenwahl ausdrücklich benennen. Wie das im Pflegeteam gelingt: Das Team mitnehmen.
Entscheiden, mit Pilot und Erfolgskriterien
Beteiligt: Einrichtungsleitung. Häufig beginnt die Umstellung in einem Wohnbereich. Die Schritte danach beschreibt der Leitfaden zur Umstellung; für die Vorlage an Geschäftsführung oder Gremium gibt es die Entscheidungsvorlage zum Ausfüllen.
Prüfbildschirm der Beutelkontrolle im Verblisterungsraum der antares Apotheke in Hamburg-Jenfeld; die angezeigten Daten sind Testdaten. Welche Kontrollen vor der Lieferung stattfinden, gehört in jede Entscheidungsvorlage. Foto: antares-apotheke Pharma Service e. K.
Wann spricht aus Leitungssicht etwas gegen Verblisterung?
Verblisterung ist kein Mittel gegen jedes Problem im Medikationsprozess. Zurückhaltung ist angebracht, wenn sich die Medikation vieler Bewohner sehr häufig ändert, wenn die Verweildauer kurz ist, wenn ein großer Teil der Arzneimittel ohnehin nicht verblisterbar ist oder wenn die eigentlichen Schwachstellen bei Änderungsmeldungen, Rezepten oder Dokumentation liegen. Dann helfen oft zuerst ein verbindlicher Änderungsweg und ein strukturiertes Rezeptmanagement.
Was Verblisterung nicht leistet
Verblisterung ersetzt weder die ärztliche Verordnung noch die pflegefachliche Kontrolle vor der Gabe, die Beobachtung der Wirkung oder die Dokumentation. Sie löst keinen Personalmangel, und ihr Nutzen für Gesundheitsendpunkte ist für Pflegeheime nicht belegt. Auch die Verblisterung selbst ist nicht fehlerfrei – deshalb braucht es Kontrolle auf beiden Seiten. Die häufigsten Einwände und was an ihnen dran ist, stehen unter Einwände gegen Verblisterung.
Quellen und Rechtsgrundlagen
§ 12a Apothekengesetz (Heimversorgung), Stand nach Änderung vom 26.06.2026; § 34 Apothekenbetriebsordnung (patientenindividuelles Stellen und Verblistern). Behörde für Justiz und Verbraucherschutz Hamburg: Merkblatt „Heimversorgung durch Apotheken“, Stand 07/2026.
Bundesgerichtshof, Urteil vom 14.07.2016, III ZR 446/15.
Medizinischer Dienst Bund: 8. Pflege-Qualitätsbericht nach § 114a Abs. 6 SGB XI, Essen, Februar 2025 (Prüfdaten 2023; vollstationäre Pflege, Qualitätsaspekt 2.1 „Medikamentöse Therapie“; Routinedaten externer Prüfungen, keine Studie).
Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. 033 vom 24.01.2024 (Pflegekräftevorausberechnung bis 2049; Modellrechnung, Spannweite je nach Variante).
IQWiG: Patientenindividuelle Verblisterung, Rapid Report A18-35, 2019, und Pressemitteilung vom 14.05.2019 (Modellschätzung zur Pflegezeit, Datenlage „sehr unsicher“).
Cheung KC et al.: Medication incidents related to automated dose dispensing in community pharmacies and hospitals – a reporting system study. PLoS ONE 2014;9(7):e101686 (niederländisches Meldesystem 2012–2013; freiwillige Meldungen, keine Fehlerrate).
Häufige Fragen
Fragen von Einrichtungsleitungen
Wer entscheidet in einer Pflegeeinrichtung über die Einführung der Verblisterung?
Vertragspartner der heimversorgenden Apotheke ist der Heimträger; die Entscheidung trifft deshalb die Einrichtungsleitung oder der Träger nach seiner internen Zuständigkeitsregelung. Vorbereitet wird sie sinnvollerweise gemeinsam mit Pflegedienstleitung, Qualitätsmanagement und kaufmännischer Leitung; Bewohnervertretung und Mitarbeitervertretung werden einbezogen.
Geht die Haftung für die Medikation auf die Apotheke über?
Nein, nicht insgesamt. Die Apotheke ist für die pharmazeutische Prüfung, die korrekte Zusammenstellung und die Kennzeichnung der Blister verantwortlich. Die Einrichtung bleibt für Organisation, Kontrolle vor der Gabe, Gabe und Dokumentation verantwortlich. Wer im Einzelfall haftet, hängt vom Sachverhalt ab; die Zuständigkeiten sollten im Versorgungsvertrag klar beschrieben sein.
Müssen alle Bewohner an der Verblisterung teilnehmen?
Nein. Jeder Bewohner wählt seine Apotheke frei, und ein Heimversorgungsvertrag darf diese Wahl nicht einschränken. Eine Einrichtung führt deshalb in der Regel verblistert versorgte Bewohner und Bewohner mit eigener Apotheke nebeneinander und regelt beide Wege in ihren Verfahrensanweisungen.
Verbessert Verblisterung das Ergebnis der Qualitätsprüfung?
Das ist nicht belegt. Gekennzeichnete Blister und eine dokumentierte Herstellung können zu mehr Ordnung beitragen. Der Medizinische Dienst prüft aber Gabe, Dokumentation, Lagerung und Beobachtung in der Einrichtung – und diese Schritte bleiben bei der Einrichtung.
Wie lange dauert es von der Entscheidung bis zum Start?
Das hängt vor allem von drei Faktoren ab: der Kündigungsfrist eines laufenden Vertrags, der behördlichen Genehmigung des neuen Heimversorgungsvertrags und der Schulung aller Schichten vor dem Stichtag. Einen pauschalen Zeitraum nennt antares nicht; den Zeitplan legen wir nach Prüfung Ihrer Ausgangslage gemeinsam fest.
Können wir mit einem Wohnbereich beginnen?
Ja, wenn Vertrag und Zuständigkeiten das zulassen. Ein Pilotwohnbereich macht die Auswirkungen auf Dienstplan, Änderungsweg und Lieferannahme sichtbar, bevor das ganze Haus umstellt. Versorgen dann mehrere Apotheken das Haus, müssen ihre Zuständigkeiten nach § 12a Apothekengesetz klar abgegrenzt sein.
Ihre Ansprechpartnerin für Leitungsgespräche
Sinah Gaebert
Leitung Patientenindividuelle Verblisterung · Fachapothekerin für klinische Pharmazie
Sie bereiten eine Entscheidung über Verblisterung vor und möchten Leistungsumfang, Grenzen und Vertragsbausteine besprechen? Sinah Gaebert nimmt sich dafür Zeit – gern gemeinsam mit Ihrer Pflegedienstleitung und kaufmännischen Leitung.
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