Eine Schulung zur Verblisterung vermittelt Pflegekräften, wie sie verblisterte Arzneimittel sicher annehmen, aufbewahren, vor der Gabe prüfen und dokumentieren – und was bei Medikationsänderungen, Unstimmigkeiten und nicht verblisterten Arzneimitteln zu tun ist. Im Mittelpunkt steht die Kontrolle vor der Gabe, denn die pflegerische Verantwortung bleibt auch mit Blister vollständig bestehen.
Die antares Apotheke in Hamburg-Jenfeld schult Teams in Pflegeeinrichtungen zur Einführung der Verblisterung und darüber hinaus zu Themen der Arzneimitteltherapiesicherheit. Inhalte, Format, Umfang und Termine vereinbaren wir mit der Einrichtung.
Für Zeitarbeitskräfte und neue, auch internationale Pflegekräfte: Medikationssicherheit in wechselnden Teams.
Der Blister nimmt Arbeit ab, aber keine Verantwortung
Mit der Verblisterung entfällt für geeignete Arzneimittel das Stellen im Wohnbereich. Damit verändert sich die Rolle der Pflege: Statt selbst zu sortieren, prüft sie ein Produkt, das andere hergestellt haben. Genau darin liegt ein bekanntes Risiko – ein ordentlich bedruckter Beutel wirkt vertrauenswürdig, auch wenn der Plan sich seit der Herstellung geändert hat.
Schulung sorgt dafür, dass die Kontrolle vor der Gabe nicht zur Formalität wird. Sie richtet sich an alle, die Arzneimittel vorbereiten oder geben, auch an Nachtdienst, Teilzeitkräfte und neue Mitarbeitende.
Für die Heimversorgung gehört die Information und Beratung des Pflegepersonals nach § 12a Apothekengesetz ohnehin zu den Pflichten der heimversorgenden Apotheke. Schulungen zur Verblisterung bauen darauf auf.
Neun mögliche Module für den sicheren Umgang mit verblisterten Arzneimitteln
Die Module sind ein Baukasten, aus dem wir die Schulung mit Ihrer Einrichtung zusammenstellen. Für die Einführung der Verblisterung empfehlen wir die ersten fünf als Kern.
| Modul | Inhalte | Die Teilnehmenden können danach … |
|---|---|---|
| 1. Sicherer Umgang mit Blistern | Aufbau des Beutelstrangs, Reihenfolge, Beschriftung, Entnahme, beschädigte oder offene Beutel | jeden Aufdruck lesen und einen unbrauchbaren Beutel erkennen. |
| 2. Überprüfung der Zuordnung | Abgleich von Person, Datum, Uhrzeit und Inhalt mit dem aktuell gültigen Medikationsplan | die Kontrolle vor der Gabe vollständig und routiniert durchführen. |
| 3. Umgang mit Medikationsänderungen | Meldeweg, Stichtag, Überbrückung, Sperren betroffener Beutel, Klinikentlassung | eine Änderung korrekt melden und wissen, was bis zum neuen Blister gilt. |
| 4. Verhalten bei Unstimmigkeiten | Nicht geben, nicht umsortieren, Beutel aufbewahren, Rücksprache, Dokumentation | bei einem Zweifel sicher und ohne Zeitverlust handeln. |
| 5. Dokumentation | Gabe, Nichtgabe, Auffälligkeiten, Ersatz aus Originalpackung | nachvollziehbar dokumentieren, was gegeben wurde und was nicht. |
| 6. Richtige Aufbewahrung | Bewohnerbezogene Lagerung, Schutz vor Licht, Wärme und Feuchtigkeit, Ordnung im Medikamentenraum | Blister und Originalpackungen so lagern, dass Verwechslungen unwahrscheinlich werden. |
| 7. Nicht verblisterte Arzneimittel | Tropfen, Säfte, Inhalativa, Pflaster, Bedarfsmedikation, kühlpflichtige Präparate | beide Versorgungswege zusammenführen, ohne etwas zu vergessen oder doppelt zu geben. |
| 8. AMTS-Grundlagen | Typische Risiken bei Polymedikation, Anzeichen unerwünschter Wirkungen, Schluckstörungen, Teilen und Mörsern | Beobachtungen gezielt an Arztpraxis und Apotheke weitergeben. |
| 9. Kommunikation mit der Apotheke | Ansprechpartner, Erreichbarkeit, Kanäle, welche Angaben eine Rückfrage braucht | die Apotheke so informieren, dass eine Rückfrage beim ersten Mal geklärt werden kann. |
Ergänzende Themen zur Arzneimittelanwendung
Inhalativa
Handhabung verschiedener Inhalationssysteme, typische Anwendungsfehler, Mundpflege nach kortisonhaltigen Inhalativa.
Tropfen und flüssige Arzneimittel
Dosierung, Haltbarkeit nach Anbruch, Kennzeichnung des Anbruchdatums.
Infusionen
Lagerung, Kontrolle vor der Anwendung und Dokumentation – abgestimmt auf die Aufgaben, die in Ihrer Einrichtung tatsächlich anfallen.
Betäubungsmittel
Aufbewahrung, Bestandsführung und Dokumentation nach den geltenden Vorschriften.
Mehr dazu: Betäubungsmittel im PflegeheimDiese Themen gehören zum bestehenden Schulungsangebot der antares Apotheke für Pflegeheime und ambulante Dienste. Welche Arzneimittel nicht in den Blister gehören, erklärt die Seite nicht verblisterbare Arzneimittel.
Für wen welche Schwerpunkte sinnvoll sind
Nicht alle brauchen alles. Wer Arzneimittel gibt, braucht andere Inhalte als jemand, der Abläufe verantwortet.
Pflegefachkräfte
Alle Module, mit Schwerpunkt auf Kontrolle vor der Gabe, Änderungen, AMTS und Kommunikation mit Apotheke und Praxen.
Pflegehilfskräfte
Umgang mit Blistern, Zuordnung, Verhalten bei Unstimmigkeiten, Aufbewahrung und Dokumentation – im Rahmen der Aufgaben, die ihnen in der Einrichtung übertragen sind.
Wohnbereichs- und Pflegedienstleitungen
Zusätzlich Meldewege, Stichtage, Verfahrensanweisungen, Einarbeitung neuer Mitarbeitender und Auswertung der Startphase.
Assistenzkräfte in der Eingliederungshilfe
Grundlagen in einfacher, praxisnaher Form: Beutel lesen, Zeitpunkt prüfen, bei Zweifel nicht geben, Ansprechpartner kennen. Mehr zu dieser Versorgungsform unter Eingliederungshilfe.
Die Gabe verordneter Arzneimittel ist eine ärztlich veranlasste Maßnahme. Ob und an wen sie in einer Einrichtung übertragen werden darf, richtet sich nach der Qualifikation der Mitarbeitenden, den Regelungen der Einrichtung und den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben. Dabei gilt allgemein: Die ärztliche Seite verantwortet die Anordnung, die Einrichtung die Organisation und Auswahl geeigneter Personen, die ausführende Person die sorgfältige Durchführung. Eine Schulung durch die Apotheke ersetzt weder eine Berufsqualifikation noch die Delegationsentscheidung der Einrichtung.
Wann und in welcher Form geschult wird
Format und Umfang richten sich nach Ihrer Einrichtung: Größe, Schichtmodell, Erfahrung des Teams und Zahl der neuen Mitarbeitenden. Wir vereinbaren sie gemeinsam.
Vor dem Start
Einführung für alle Schichten vor dem Stichtag: Beutel lesen, Kontrolle vor der Gabe, Meldewege, nicht verblisterte Arzneimittel. Am besten mit echten Musterbeuteln.
Nach dem Start
Begleitung in den ersten Blisterzyklen: offene Fragen aus dem Alltag klären, Rückmeldungen aufnehmen, Abläufe nachschärfen. Wie der Start insgesamt begleitet wird, beschreibt die Seite Onboarding.
Bei Personalwechsel
Auffrischung für neue Mitarbeitende, Zeitarbeitskräfte und Rückkehrer – sowie anlassbezogen, etwa nach einer gemeldeten Abweichung oder bei neuen Darreichungsformen.
Bewährt haben sich kurze Einheiten im Wohnbereich, etwa in der Übergabezeit, statt eines langen Termins für alle. So werden auch Nachtdienst und Teilzeitkräfte erreicht. Ergänzend empfehlen wir eine einseitige Kurzanleitung im Medikamentenraum – das Prüfkärtchen unten ist ein Ausgangspunkt. Für Ihre eigene Dokumentation sollten Sie festhalten, wer wann an welcher Einheit teilgenommen hat.
Prüfkärtchen: die Kontrolle am Beutel vor jeder Gabe
Für den Medikamentenwagen oder den Medikamentenraum. Es ergänzt die Verfahrensanweisungen Ihrer Einrichtung, es ersetzt sie nicht.
Person
Name und zweites Merkmal, etwa Geburtsdatum, passen zu dem Menschen vor mir.
Zeitpunkt
Datum, Wochentag und Uhrzeit stimmen; es ist der nächste Beutel im Strang.
Plan
Seit der Herstellung wurde nichts abgesetzt, neu angesetzt oder geändert.
Inhalt
Anzahl und Aussehen passen zum Aufdruck; nichts ist zerbrochen oder fremd.
Zustand
Beutel geschlossen, trocken, unbeschädigt, Verwendbarkeit nicht überschritten.
Bei Zweifel
Nicht geben. Beutel aufbewahren. Apotheke informieren. Dokumentieren.
So lesen Sie einen Beutel
Der Aufdruck eines Beutels aus unserem Verblisterungsraum enthält zum Beispiel:
- abgebende Apotheke
- Datum, Wochentag und Einnahmeuhrzeit
- Name und Geburtsdatum der Person, Kürzel von Station oder Wohnbereich
- Wirkstoff und Stärke mit Chargenbezeichnung
- einen Barcode und die laufende Beutelnummer, etwa „4/40“
- einen Hinweis zur Verwendbarkeit
Auf einem fotografierten Beispielbeutel aus unserem Verblisterungsraum lautet dieser Hinweis „verwendbar bis 96 h nach vorgesehenem Einnahmezeitpunkt“. Welche Angaben und Fristen für Ihre Einrichtung gelten, erklären wir in der Schulung anhand Ihrer eigenen Beutel. Weitere Hinweise für den Fall einer Auffälligkeit finden Sie unter Qualität und Sicherheit.
Praxisbeispiel: Neues Aussehen nach Präparatewechsel (typische Situation)
Das Beispiel beschreibt eine typische, vereinfachte Situation, keinen konkreten Fall.
Eine Pflegehilfskraft im Spätdienst bemerkt, dass eine Tablette im Abendbeutel einer Bewohnerin anders aussieht als in der Vorwoche. Aus der Schulung weiß sie: Maßgeblich ist der Aufdruck, nicht die Erinnerung. Wirkstoff und Stärke auf dem Beutel stimmen mit dem Plan überein. Weil sie trotzdem unsicher ist, gibt sie den Beutel nicht, sondern ruft die verantwortliche Pflegefachkraft hinzu. Diese gleicht Aufdruck und Plan ab; eine kurze Rückfrage bei der Apotheke bestätigt, dass nach einem Wechsel des Rabattarzneimittels ein Präparat eines anderen Herstellers verblistert wurde. Danach wird das Arzneimittel gegeben und der Vorgang dokumentiert. Gut geschult heißt hier nicht, alles selbst zu entscheiden, sondern zu wissen, wann man fragt.
Fragen zu Schulungen für Pflegekräfte
Wer führt die Schulungen durch?
Die Schulungen führt das pharmazeutische Team der antares Apotheke durch. Wer im Einzelfall schult, richtet sich nach den Inhalten – zur Verblisterung etwa das Team der patientenindividuellen Verblisterung. Format und Termine stimmen wir mit der Einrichtung ab.
Wie lange dauert eine Schulung?
Das vereinbaren wir mit Ihnen. Umfang und Zahl der Einheiten hängen davon ab, wie viele Mitarbeitende in welchen Schichten erreicht werden sollen und welche Module gewünscht sind. Kurze Einheiten im Wohnbereich erreichen oft mehr Mitarbeitende als ein einzelner langer Termin.
Müssen alle Pflegekräfte vor dem Start geschult sein?
Alle, die ab dem Stichtag Arzneimittel aus Blistern vorbereiten oder geben, sollten vorher eingewiesen sein – auch Nachtdienst und Teilzeitkräfte. Wer später dazukommt, wird bei der Einarbeitung geschult. Ein Prüfkärtchen im Medikamentenraum hilft in der Übergangszeit.
Dürfen Pflegehilfskräfte verblisterte Arzneimittel geben?
Das entscheidet die Einrichtung im Rahmen der geltenden Vorgaben zur Delegation und der Qualifikation ihrer Mitarbeitenden. Der Blister ändert daran nichts. Unsere Schulung unterstützt die sichere Durchführung, ersetzt aber weder Qualifikation noch Delegationsentscheidung.
Gibt es Schulungen auch unabhängig von der Verblisterung?
Ja. Die antares Apotheke bietet Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten Schulungen etwa zu AMTS-Grundlagen, Lagerung und Haltbarkeit, zur Anwendung von Inhalativa, Tropfen und Infusionen sowie zum Umgang mit Betäubungsmitteln an.
Sie möchten eine Schulung für Ihr Team planen – zur Einführung der Verblisterung oder zu einem Thema der Arzneimittelsicherheit? Sinah Gaebert stimmt Inhalte, Format und Termine mit Ihnen ab.
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Neue Verordnungen, Absetzungen, Entlassungen – Wege und Zuständigkeiten.
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Wir analysieren gemeinsam Ihre aktuelle Versorgung und zeigen, ob und wie patientenindividuelle Verblisterung Ihre Abläufe unterstützen kann.

