
CAR-T-Zelltherapien verändern körpereigene T-Zellen so, dass sie bestimmte Tumorzellen gezielter erkennen können. Die Behandlung ist hochspezialisiert und umfasst mehrere Schritte – von der Zellgewinnung über die Herstellung bis zur Rückgabe der veränderten Zellen. Besonders wichtig ist die engmaschige Überwachung auf Immunreaktionen wie das Cytokine Release Syndrome und neurologische Symptome.
CAR-T steht für „Chimeric Antigen Receptor T-Cells". Dabei werden körpereigene T-Zellen des Patienten aus dem Blut entnommen und gentechnisch so verändert, dass sie an bestimmte Strukturen auf Tumorzellen binden können. Diese veränderten Zellen werden dann vermehrt und dem Patienten zurückgegeben.
Die Therapie ist hochspezialisiert und findet ausschließlich in zertifizierten Behandlungszentren statt. Sie richtet sich an Patienten mit bestimmten blutbildenden Erkrankungen, bei denen andere Behandlungsoptionen nicht ausreichend gewirkt haben.
Leukapherese (Zellgewinnung): T-Zellen werden aus dem Blut entnommen, ähnlich wie bei einer Blutplasmaspende.
Herstellung: Die Zellen werden in einem Speziallabor gentechnisch verändert und vermehrt. Dieser Prozess dauert in der Regel mehrere Wochen.
Überbrückungstherapie: In der Wartezeit kann eine vorläufige Behandlung erfolgen, um die Erkrankung zu kontrollieren.
Lymphodepletion-Chemotherapie: Kurz vor der Rückgabe der CAR-T-Zellen wird eine vorbereitende Chemotherapie gegeben, die das Immunsystem des Patienten reduziert und Platz für die CAR-T-Zellen schafft.
Infusion: Die veränderten T-Zellen werden intravenös gegeben.
Überwachungsphase: In den ersten Wochen nach der Infusion findet eine engmaschige Überwachung statt.
CRS ist eine häufige und potentiell ernste Reaktion, die auftreten kann, wenn die CAR-T-Zellen im Körper aktiv werden und eine starke Immunreaktion auslösen. Mögliche Zeichen sind Fieber, Schüttelfrost, starkes Krankheitsgefühl, Blutdruckabfall und Atemnot.
Die Schwere des CRS kann variieren. Leichte Formen verlaufen gut behandelbar. Schwere Formen können eine intensive medizinische Behandlung erfordern.
Wichtig: CRS-Zeichen müssen sofort gemeldet werden. Jede Verzögerung kann die Situation verschlechtern.
Neben CRS können neurologische Symptome auftreten, zusammengefasst als ICANS. Dazu gehören Verwirrtheit, Sprachprobleme, Orientierungsschwierigkeiten oder im schweren Fall Bewusstseinsstörungen.
Bei folgenden Beschwerden sofort das Behandlungsteam oder die Notaufnahme des Zentrums kontaktieren:
Notruf 112 bei Bewusstseinsverlust, schwerer Atemnot oder Kreislaufkollaps.
Nach der Entlassung müssen Patienten für einen definierten Zeitraum (in der Regel mehrere Wochen) in der Nähe des Behandlungszentrums bleiben. Der Grund ist, dass schwere Nebenwirkungen auch nach der Entlassung auftreten können und das Zentrum schnell erreichbar sein muss.
Patienten erhalten eine Notfallkarte und detaillierte Anweisungen vom Behandlungszentrum. Diese Dokumente sollten immer mitgeführt werden.
CAR-T-Therapien können die Immunfunktion langfristig verändern. Infektionen können unter Umständen schwerer verlaufen. Regelmäßige Kontrolltermine, ein aktueller Medikations- und Impfplan sowie ein klarer Ansprechpartner sind deshalb auch nach Abschluss der intensiven Überwachungsphase wichtig.
Selbstmedikation und neue Nahrungsergänzungsmittel sollten auch in der Nachsorgephase nicht ohne Prüfung eingenommen werden.
CAR-T-Therapien sind so spezialisiert, dass die Behandlung vollständig vom onkologischen Zentrum koordiniert wird. Die Apotheke kann in der Nachsorgephase bei der Überprüfung von Begleitmedikation und Wechselwirkungen unterstützen, insbesondere wenn Patienten in die hausärztliche oder ambulante Weiterbetreuung übergehen.
Wir unterstützen bei Fragen zu Begleitmedikation, Wechselwirkungen und Infektionsschutz in der Nachsorgephase einer CAR-T-Therapie.
Dieser Artikel wurde von unserem Apothekenteam sorgfältig recherchiert und auf Basis der genannten Quellen erstellt. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Krebstherapien und ihre Nebenwirkungen verlaufen bei jedem Menschen unterschiedlich – maßgeblich sind immer die Vorgaben Ihres Behandlungsteams und die Packungsbeilage Ihrer Medikamente. Ändern Sie Ihre Therapie nicht eigenständig. Trotz sorgfältiger Prüfung können wir für Vollständigkeit und Aktualität keine Gewähr übernehmen. Bei Warnzeichen wenden Sie sich sofort an Ihr Behandlungsteam, außerhalb der Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 oder im Notfall an 112.

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