Sexualität und Fertilität bei Krebs – Einflüsse der Therapie und Begleitung

Zwei Personen sitzen nebeneinander und sprechen miteinander
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Stand: 07.10.2026 · 2 Min. Lesezeit ·

Kurz erklärt

Krebstherapien können Sexualität und Fruchtbarkeit beeinflussen – durch hormonelle Veränderungen, direkte Organwirkungen oder psychische Belastung. Wer Kinder möchte, sollte die Frage der Fertilitätssicherung vor Therapiebeginn mit dem Behandlungsteam besprechen. Für sexuelle Beschwerden gibt es wirksame Begleitangebote.

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Krebstherapien können hormonelle Veränderungen verursachen, die Sexualität und Fertilität beeinflussen.
  • Wer Kinder möchte: Fertilitätsberatung und -sicherung vor Therapiebeginn besprechen.
  • Sexuelle Beschwerden ansprechen – es gibt Begleitangebote und Lösungsansätze.
  • Verhütung während der Krebstherapie besprechen – auch wenn die Fruchtbarkeit vorübergehend eingeschränkt erscheint.
  • Psychoonkologische Begleitung kann bei körperlichen und seelischen Themen unterstützen.

Wie Krebstherapie Sexualität und Fertilität beeinflussen kann

Krebserkrankungen und ihre Therapien können das Sexualleben und die Fruchtbarkeit auf verschiedenen Wegen beeinflussen. Hormonelle Veränderungen durch Hormontherapien, direkte Wirkungen auf Organe durch Operation oder Bestrahlung, und körperliche wie psychische Belastung spielen eine Rolle.

Diese Themen werden im klinischen Alltag nicht immer von sich aus angesprochen. Patienten können und sollten sie aktiv einbringen – beim Behandlungsteam, in der psychoonkologischen Beratung oder in der Apotheke.

Sexuelle Beschwerden ansprechen

Mögliche sexuelle Nebenwirkungen unter oder nach Krebstherapien:

  • Libidoverlust (betrifft Frauen und Männer)
  • Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (häufig unter Hormontherapien)
  • Erektionsstörungen (nach bestimmten Therapien, besonders beim Prostatakarzinom)
  • Orgasmusschwierigkeiten
  • Schmerzen durch narbige Veränderungen nach Operation oder Bestrahlung

Viele dieser Beschwerden sind behandelbar oder lassen sich lindern. Nicht-hormonale Befeuchtungsmittel und Gleitgele können helfen. Hormonhaltige Produkte bedürfen der Rücksprache mit dem Behandlungsteam.

Fertilitätssicherung: Zeitpunkt entscheidet

Wenn der Wunsch nach Kindern besteht oder noch nicht endgültig entschieden ist, sollte das vor Therapiebeginn besprochen werden. Einige Krebstherapien können die Fruchtbarkeit vorübergehend oder dauerhaft einschränken.

Mögliche Maßnahmen zur Fertilitätssicherung:

  • Einfrieren von Eizellen oder befruchteten Eizellen (bei Frauen)
  • Einfrieren von Spermien (bei Männern)
  • In bestimmten Situationen: Einfrieren von Eierstockgewebe

Diese Maßnahmen müssen vor Beginn der Chemotherapie oder Bestrahlung geplant werden. Spezialisierte reproduktionsmedizinische Zentren beraten und führen die Maßnahmen durch. Das Behandlungsteam kann an entsprechende Stellen verweisen.

Verhütung während der Therapie

Auch wenn die Fruchtbarkeit durch die Therapie eingeschränkt erscheint, ist eine zuverlässige Verhütung während der Krebstherapie notwendig. Krebsmedikamente können dem ungeborenen Kind schaden. Welche Verhütungsmethode geeignet ist, hängt von der Therapie ab – hormonelle Methoden sind nicht immer passend. Das Behandlungsteam berät individuell.

Psychische Dimension

Veränderte Körperwahrnehmung, Narben, Erschöpfung und Unsicherheit beeinflussen das Körperbild und die Intimität. Das sind verbreitete und verständliche Reaktionen auf eine schwere Erkrankung. Psychoonkologische Begleitung kann dabei helfen, diese Veränderungen zu verarbeiten – gemeinsam oder als Paar.

Häufige Fragen

Kann ich während der Krebstherapie schwanger werden?
Trotz eingeschränkter Fruchtbarkeit kann eine Schwangerschaft nicht ausgeschlossen werden. Krebsmedikamente können dem ungeborenen Kind schaden. Verhütung während der Therapie sollte mit dem Behandlungsteam besprochen werden.
Was ist Fertilitätssicherung?
Vor der Therapie können Eizellen, Spermien oder Keimzellgewebe eingefroren werden. Diese Maßnahmen müssen vor Therapiebeginn geplant werden. Das Behandlungsteam oder spezialisierte reproduktionsmedizinische Zentren beraten dazu.
Bleiben sexuelle Beschwerden dauerhaft?
Das hängt von der Art der Therapie ab. Manche Beschwerden bessern sich nach Therapieende, andere erfordern gezielte Behandlung. Frühzeitiges Ansprechen verbessert die Möglichkeiten.
Was tun bei Scheidentrockenheit?
Scheidenfeuchtigkeitsgele ohne Hormone (Befeuchtungsgele) und Gleitgele können helfen. Bei anhaltenden Beschwerden das Behandlungsteam ansprechen. Hormonhaltige Produkte bedürfen der Absprache mit dem Behandlungsteam.
Kann ich über diese Themen in der Apotheke sprechen?
Ja. In der Apotheke können Fragen zur Begleitmedikation, zu nicht-hormonalen Befeuchtungsprodukten und zum Medikationscheck beantwortet werden.
Begleitende Beratung zu Medikation und Nebenwirkungen

Bei Fragen zu Wechselwirkungen, Begleitmedikation und Produkten, die sexuelle Nebenwirkungen lindern können, helfen wir weiter.

Onkologische Beratung

Quellen

  1. Sexualität und Krebs – Krebsinformationsdienst, DKFZ
  2. Fertilitätssicherung bei Krebs – Krebsinformationsdienst, DKFZ
  3. S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen Patienten – Leitlinienprogramm Onkologie
Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde von unserem Apothekenteam sorgfältig recherchiert und auf Basis der genannten Quellen erstellt. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Krebstherapien und ihre Nebenwirkungen verlaufen bei jedem Menschen unterschiedlich – maßgeblich sind immer die Vorgaben Ihres Behandlungsteams und die Packungsbeilage Ihrer Medikamente. Ändern Sie Ihre Therapie nicht eigenständig. Trotz sorgfältiger Prüfung können wir für Vollständigkeit und Aktualität keine Gewähr übernehmen. Bei Warnzeichen wenden Sie sich sofort an Ihr Behandlungsteam, außerhalb der Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 oder im Notfall an 112.

Anne Häusler

Ansprechpartnerin

Anne Häusler
Bereichsleitung Onkologie | Leitung Sterilabteilung | Apothekerin | Onkologische Pharmazeutin nach DGOP
Anne Häusler verantwortet den Bereich Onkologie und verbindet fundierte pharmazeutische Expertise mit langjähriger Erfahrung in der onkologischen Versorgung. Als approbierte Apothekerin und Onkologische Pharmazeutin nach DGOP ist Sie für die Einhaltung höchster Qualitätsstandards in der patientenindividuellen Herstellung und Patientenbetreuung verantwortlich. Ihr Schwerpunkt liegt auf der sicheren, leitliniengerechten Versorgung sowie der kontinuierlichen Optimierung steriler Prozesse und interdisziplinärer Abläufe in der Onkologie. Profil ansehen
040 523889-125
onkologie@antares-apo.de

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