
Schmerzen bei Krebs können durch den Tumor selbst, Metastasen, Operationen, Bestrahlung oder medikamentöse Therapien entstehen. Die Behandlung richtet sich nach Ursache, Schmerzart und Stärke. Neben klassischen Schmerzmitteln können Opioide und Koanalgetika eingesetzt werden. Entscheidend sind ein klarer Einnahmeplan und die frühzeitige Behandlung typischer Nebenwirkungen. Schmerzen sollten nicht durchgehalten werden – sie sollten gemeldet und dokumentiert werden.
Für die Auswahl einer Therapie ist wichtig, woher der Schmerz kommt und wie er sich anfühlt. Nozizeptive Schmerzen entstehen durch Aktivierung von Schmerzrezeptoren, etwa bei Gewebeschädigung oder Knochenbeteiligung. Neuropathische Schmerzen entstehen durch Schädigung oder Reizung von Nerven und werden häufig als brennend, elektrisierend, stechend oder mit Taubheitsgefühl verbunden beschrieben. Viele Patienten haben Mischformen.
Diese Unterscheidung erklärt, warum nicht jedes Schmerzmittel bei jeder Schmerzart gleich gut wirkt. Gerade neuropathische Beschwerden können zusätzliche oder andere Arzneimittelstrategien erfordern.
Schmerzen sollten nicht durchgehalten werden. Ein Schmerztagebuch hilft, Behandlungsteam und Apotheke zu informieren: Wo tut es weh? Wie stark auf einer Skala von 0 bis 10? Wann tritt der Schmerz auf? Was verbessert oder verschlechtert ihn? Wie lange hält die Wirkung eines Medikamentes an?
Diese Informationen sind wichtiger als ein guter Eindruck beim nächsten Termin. Viele Schmerzsituationen lassen sich besser anpassen, wenn der Verlauf dokumentiert ist.
Je nach Situation können Nicht-Opioid-Schmerzmittel, Opioide oder zusätzliche Medikamente eingesetzt werden. Welche Substanz geeignet ist, hängt von Schmerzart, Begleiterkrankungen, Nieren- und Leberfunktion, Blutbild und weiteren Arzneimitteln ab.
Frei verkäufliche Schmerzmittel sind deshalb nicht automatisch die sicherste Wahl. Einige können bei bestimmten Blutbildveränderungen, Magen-Darm-Risiken oder eingeschränkter Organfunktion problematisch sein.
Stark wirksame Opioide gehören zu den wichtigsten Arzneimitteln gegen starke Tumorschmerzen. Sie können als Tabletten, Tropfen, Pflaster oder in anderen Formen eingesetzt werden. Das passende Präparat hängt von Schmerzverlauf, Schluckfähigkeit und Therapieplan ab.
Retardierte Medikamente dienen häufig der kontinuierlichen Basistherapie. Für plötzlich auftretende Schmerzspitzen kann das Behandlungsteam gegebenenfalls eine zusätzliche Bedarfsmedikation vorsehen.
Verstopfung gehört zu den häufigsten Nebenwirkungen von Opioiden und wird oft von Beginn an mitbehandelt. Übelkeit, Müdigkeit oder Benommenheit können besonders zu Beginn oder nach Dosisänderungen auftreten. Patienten sollten wissen, welche Beschwerden erwartet werden können und welche eine Rücksprache erfordern.
Ein Schmerzpflaster darf nicht ohne konkrete Anweisung geteilt oder zugeschnitten werden. Wärme kann bei bestimmten Pflastern die Wirkstofffreisetzung beeinflussen – deshalb müssen die Anwendungshinweise genau beachtet werden.
Neuropathische Schmerzen können durch Tumorerkrankung oder bestimmte Krebstherapien entstehen. Hier kommen teilweise Arzneimittel zum Einsatz, die ursprünglich für andere Erkrankungen entwickelt wurden, etwa bestimmte Antidepressiva oder Antiepileptika. Die Auswahl erfolgt individuell.
Schmerztherapie findet selten isoliert statt. Zusätzlich können Medikamente gegen Übelkeit, Schlafstörungen, Angst oder andere Beschwerden eingesetzt werden. Manche Kombinationen verstärken Müdigkeit oder andere Nebenwirkungen. Deshalb sollte die gesamte Medikation regelmäßig geprüft werden.
Wenn Schmerzen trotz planmäßiger Einnahme zunehmen, die Wirkung deutlich kürzer anhält, neue Schmerzarten entstehen oder Nebenwirkungen die Behandlung erschweren, sollte das Behandlungsteam informiert werden. Eine eigenständige Dosisänderung ist nicht sinnvoll.
Bei plötzlich auftretenden sehr starken Schmerzen, starker Atemnot, Bewusstseinsveränderungen, Lähmungserscheinungen, plötzlichem Sehverlust oder starken Kopfschmerzen, die Sie so noch nicht hatten: Notruf 112 – diese Zeichen können auf einen medizinischen Notfall hinweisen.
Neu aufgetretene oder deutlich zunehmende Schmerzen sollten nicht abgewartet werden. Kontaktieren Sie das Behandlungsteam nach der individuellen Notfallanweisung.
Wir prüfen die gesamte Medikation auf mögliche Wechselwirkungen und helfen, Einnahmeregeln und Bedarfsmedikation bei Schmerzen verständlich zu machen.
Dieser Artikel wurde von unserem Apothekenteam sorgfältig recherchiert und auf Basis der genannten Quellen erstellt. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Krebstherapien und ihre Nebenwirkungen verlaufen bei jedem Menschen unterschiedlich – maßgeblich sind immer die Vorgaben Ihres Behandlungsteams und die Packungsbeilage Ihrer Medikamente. Ändern Sie Ihre Therapie nicht eigenständig. Trotz sorgfältiger Prüfung können wir für Vollständigkeit und Aktualität keine Gewähr übernehmen. Bei Warnzeichen wenden Sie sich sofort an Ihr Behandlungsteam, außerhalb der Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 oder im Notfall an 112.

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