
Reisen während einer Krebstherapie ist in vielen Situationen möglich, erfordert aber Vorbereitung. Medikamente müssen korrekt transportiert, gelagert und dokumentiert werden. Für Auslandsreisen sind Mitnahmebescheinigungen und ärztliche Atteste wichtig. Die Planung beginnt früh beim Behandlungsteam.
Viele Patienten können auch während einer Krebstherapie reisen, wenn der Zeitpunkt sorgfältig geplant wird. Entscheidend ist, dass Reisefähigkeit und Reisezeitpunkt im Vorfeld mit dem Behandlungsteam besprochen werden. Faktoren wie Therapieschema, Immunstatus, Knochenmarksfunktion und anstehende Termine spielen eine Rolle.
Menge: Medikamente für die gesamte Reisedauer plus eine Reserve von einigen Tagen mitplanen. Im Ausland können Präparate unter einem anderen Handelsnamen laufen oder nicht erhältlich sein.
Handgepäck: Medikamente immer im Handgepäck mitführen – nicht im aufgegebenen Gepäck. Temperaturschwankungen im Frachtraum können Wirksamkeit und Haltbarkeit beeinträchtigen.
Lagerung: Die Gebrauchsinformation gibt die Lagerbedingungen vor. Kühlpflichtige Präparate (z. B. 2–8 °C) benötigen eine geeignete Kühltasche mit Kühlakku; das Medikament darf nicht einfrieren.
Ärztliches Attest: Ein Attest in der Sprache des Ziellandes erleichtert Kontrollen und Kommunikation. Es sollte Diagnose, Medikamentenliste und Kontaktdaten des Behandlungsteams enthalten.
Mitnahmebescheinigung bei Betäubungsmitteln: Wer Opioide oder andere betäubungsmittelrechtlich regulierte Substanzen mitführt, benötigt für internationale Reisen eine offizielle Bescheinigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Beantragung dauert Zeit – rechtzeitig anfragen.
Reiseapotheke: Ein Auszug aus dem Medikationsplan, die Notfallkontakte des Behandlungsteams und die Versicherungskarte.
Manche Reiseziele empfehlen Lebendimpfungen (z. B. Gelbfieber). Diese sind unter bestimmten Therapien kontraindiziert. Das Behandlungsteam berät, welche Impfungen möglich sind und ob ein erhöhtes Infektionsrisiko am Reiseziel besteht.
Auf Fernreisen in tropische Gebiete kann das Risiko für Infektionskrankheiten je nach Immunstatus besonders relevant sein.
Im Krankheitsfall im Ausland ist ein vollständiger Medikationsplan in gut lesbarer Form (ggf. übersetzt) die wichtigste Ressource für ein lokales Behandlungsteam. Die Kontaktdaten des heimischen Behandlungsteams sollten immer verfügbar sein.
Wir erstellen Mitnahmebescheinigungen und beraten zu Lagerung, Kühlung und Reiseapotheke für Krebsmedikamente.
Dieser Artikel wurde von unserem Apothekenteam sorgfältig recherchiert und auf Basis der genannten Quellen erstellt. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Krebstherapien und ihre Nebenwirkungen verlaufen bei jedem Menschen unterschiedlich – maßgeblich sind immer die Vorgaben Ihres Behandlungsteams und die Packungsbeilage Ihrer Medikamente. Ändern Sie Ihre Therapie nicht eigenständig. Trotz sorgfältiger Prüfung können wir für Vollständigkeit und Aktualität keine Gewähr übernehmen. Bei Warnzeichen wenden Sie sich sofort an Ihr Behandlungsteam, außerhalb der Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 oder im Notfall an 112.

Unsere GDP- und ISO-Zertifizierungen stehen für geprüfte Qualität, verlässliche Abläufe und eine sichere Arzneimittelversorgung. Sie bestätigen unter anderem die fachgerechte Lagerung, Prüfung, Dokumentation und Auslieferung von Arzneimitteln sowie ein wirksames Qualitäts- und Logistikmanagement.