
Mundtrockenheit kann während verschiedener Krebstherapien auftreten. Weniger Speichel beeinträchtigt nicht nur das Sprechen und Essen, sondern auch den natürlichen Schutz von Zähnen und Schleimhäuten. Regelmäßige Mundpflege, ausreichendes Trinken und individuell geeignete befeuchtende Produkte können helfen. Schmerzen, offene Stellen oder Schluckprobleme sollten früh abgeklärt werden.
Die Ursachen sind vielfältig. Medikamente können die Speichelproduktion beeinflussen, Schleimhäute reizen oder indirekt zu geringerer Flüssigkeitsaufnahme führen. Besonders ausgeprägt kann Mundtrockenheit bei Bestrahlungen im Kopf-Hals-Bereich sein, wenn Speicheldrüsen betroffen sind. Auch Begleitmedikamente können eine Rolle spielen.
Speichel erleichtert Sprechen, Schlucken und Schmecken. Gleichzeitig puffert er Säuren, unterstützt die Remineralisation der Zähne und schützt Mundschleimhaut und Zähne. Wenn die Speichelmenge oder -qualität deutlich abnimmt, können deshalb mehrere Probleme gleichzeitig entstehen: trockene oder brennende Schleimhäute, Schwierigkeiten beim Essen, Geschmacksveränderungen, Mundgeruch und ein erhöhtes Risiko für Karies oder Infektionen.
Mundtrockenheit beschreibt das Gefühl eines trockenen Mundes beziehungsweise eine verminderte Speichelfunktion. Eine Mukositis ist eine entzündliche Schädigung der Schleimhaut und kann mit Rötung, Schmerzen oder offenen Stellen einhergehen. Beides kann gemeinsam auftreten, benötigt aber unterschiedliche Beurteilung und teilweise unterschiedliche Maßnahmen.
Viele Patienten profitieren von kleinen, wiederholten Maßnahmen statt einer einzigen „Lösung":
Ob zuckerfreie Kaugummis oder Bonbons zur Speichelstimulation sinnvoll sind, hängt unter anderem davon ab, ob noch ausreichende Speicheldrüsenfunktion vorhanden ist und ob Schluckprobleme bestehen. Alkoholhaltige Mundspülungen oder stark reizende Produkte sind bei empfindlichen Schleimhäuten häufig ungeeignet.
Eine weiche Zahnbürste und eine fluoridhaltige Zahnpasta gehören für viele Patienten zur Basis. Zahnfleisch und Schleimhaut sollten möglichst wenig mechanisch gereizt werden. Bei niedrigen Blutplättchenwerten oder ausgeprägten Schleimhautproblemen können besondere Vorsichtsmaßnahmen nötig sein – diese sollten mit dem Behandlungsteam abgestimmt werden.
Wenn ausreichend Zeit vor einer geplanten intensiven Krebstherapie besteht, kann eine zahnärztliche Kontrolle sinnvoll sein. Akute Zahnentzündungen sollten dem onkologischen Team bekannt sein. Bei bestimmten Therapien, insbesondere bei Behandlungen, die knochenabbauende Prozesse beeinflussen, ist eine zahnmedizinische Beurteilung vor Therapiebeginn ausdrücklich vorgesehen. Das Behandlungsteam berät dazu individuell.
Weiche, saftige Speisen und zusätzliche Soßen können das Schlucken erleichtern. Sehr trockene, krümelige, scharfe oder stark saure Lebensmittel werden oft schlechter vertragen. Entscheidend ist, dass die Ernährung trotz Beschwerden ausreichend Energie und Eiweiß liefert.
Verschiedene Begleit- und Dauermedikamente können die Speichelproduktion beeinflussen. Dazu gehören bestimmte Schmerzmittel, Mittel gegen Übelkeit, Schlafmittel und andere. Ein Medikationsabgleich kann helfen, solche Beiträge zu erkennen und gegebenenfalls anzupassen.
Starke Schmerzen, offene Stellen, Blutungen, weißliche Beläge, Fieber, deutliche Schluckbeschwerden oder eine merklich abnehmende Trink- und Nahrungsaufnahme sollten medizinisch abgeklärt werden. Eine reduzierte Nahrungsaufnahme kann bei längerer Dauer zu Gewichtsverlust und Mangelernährung beitragen.
Wir prüfen, ob Begleitmedikamente zu Mundtrockenheit beitragen, und beraten zu geeigneten Mundpflegeprodukten während der Krebstherapie.
Dieser Artikel wurde von unserem Apothekenteam sorgfältig recherchiert und auf Basis der genannten Quellen erstellt. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Krebstherapien und ihre Nebenwirkungen verlaufen bei jedem Menschen unterschiedlich – maßgeblich sind immer die Vorgaben Ihres Behandlungsteams und die Packungsbeilage Ihrer Medikamente. Ändern Sie Ihre Therapie nicht eigenständig. Trotz sorgfältiger Prüfung können wir für Vollständigkeit und Aktualität keine Gewähr übernehmen. Bei Warnzeichen wenden Sie sich sofort an Ihr Behandlungsteam, außerhalb der Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 oder im Notfall an 112.

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